Rechte Bruderschaften in der Region Hannover – „Brigade 8“ und die Ermordung von Walter Lübcke

Die Brigade 8 ist ein als „Bruderschaft“ bezeichneter Zusammenschluss von Neonazis in der Organisationform eines Rockerclubs. Die Brigade 8 verfügt über eine unbekannte Anzahl von lokalen „Chaptern“. Nach eigenen Angaben gründete sich die „Brigade 8“ 2012 in Schleswig-Holstein. Initiator der Gründung war der Neonazi Christian Muff aus Schleswig. In ihrer Selbstdarstellung auf Facebook beschrieben sie die Intention der Gründung als Versuch „kein Potential, Wissen und Kampfgeist in ewigen Streitereien versiegen zu lassen.“ Im Fokus stehe die Loyalität den Brüdern gegenüber. Chapter gäbe es in „Bremen-Schleswig-Hanau-Bayern-Hannover- Weißwasser-Köln- Mecklenburg Vorpommern usw. usw.“ Auf ihrer Facebookseite distanzieren sie sich von Waffen und Gewalt und präsentieren sich als Personenkreis der  Veranstaltungen organisiert, Spenden für Bedürftige sammelt und verteilt und am Gedenken für die Soldaten der beiden Weltkriege teilnimmt. Bereits im Juli 2013 schrieb die Plattform Endstation rechts über die Bruderschaft: „Der „Präsident“ der „Brigade 8“ stammt aus Schleswig-Holstein, er benutzt den Szene-Code „28“ immer wieder für Auftritte bei Sozialen Netzwerken im Internet. Der Name „Brigade 8“ scheint nicht zufällig gewählt. Ein Foto zeigt den Anführer Arm in Arm mit zwei Freunden, einer ist vermummt und reckt den Arm zum Hitlergruß. Zudem bestehen in Bremen und Niedersachsen Kontakte von „Brigade 8“-Anhängern zu den als „Blood&Honour“-nah geltenden Bands „Strafmass“ und „Bunker 16“. Eine geplante „Open House Party“ der „Brigade 8 Crew Bremen“ im niedersächsischen Umland verhinderte die Polizei vor wenigen Tagen. 17 Glatzköpfe mit Kutten posten für ein Foto der „Brigade 8 Crew Niedersachsen“. Beim großen Rechtsrock-Konzert in Nienhagen im Harzkreis mit der Bremer Band „Endstufe“ zeigten sich rechte Hannoveraner wie Marc Jekat und Sebastian Glaubitz im „Brigade 8“- Outfit. Sie traten wie eine Mischung aus Oldschool-Skinheads mit Springerstiefeln und weißen Schnürsenkel sowie der eingedeutschten Hierarchie internationaler Rockergangs auf, ihre Patches auf den Lederwesten trugen Bezeichnungen wie „General“ oder „Krieger“ neben der doppeldeutigen „28“-Kennzeichnung. Die militante Organisation „Blood&Honour“ ist seit 2000 in der Bundesrepublik verboten. Seit den Enthüllungen um die Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) und dessen Unterstützung durch B&H-Anführer scheint das europaweit noch existierende „Blood&Honour“ Netzwerk wieder an Bedeutung zu gewinnen.“ Und weiter: „…scheinen sie eben keine Rocker zu sein, sondern offen bekennende Neonazis, die verbotene Strukturen verehren. Von „Blood&Honour“ bis zur rechtsterroristischen „Combat 18“-Truppe ist ein kurzer Weg. Der offenen Militanz huldigen auch die neuen Mischszenen. So klebte sich ein „Brigade 8“-Anhänger nicht nur Hakenkreuze an die Kacheln seiner Küche, sondern einer ließ sich das Club-Logo gleich mit einem Schnellfeuergewehr auf den Hinterkopf tätowieren. Einer ihrer Aufnäher zeigt einen Totenkopf und gekreuzte Gewehre. Die Brüder bezeichnen sich auch als „Brothers at Arms“. Sie scheinen mit vielen Namen und Verbindungen zu spielen. So präsentieren sie sich ähnlich der „Arischen Bruderschaft“ aus Südniedersachsen und Thüringen auch schon mal mit gekreuzten Handgranaten und dem Zusatz: „Brotherhood of Hate“. Quasi frei nach dem Motto „Hauptsache auffällig und militant“. Auch Anlehnungen an die konspirativ agierende „Hammerskin Nation“ (HSN) zeigen sich, dann verwenden Brigade-Anhänger zwei gekreuzte Hämmer, die deren Logo ähneln. Hooligans passen ebenfalls gut ins prollig-aggressive Erscheinungsbild. Einer von der „Brigade 8“ aus Hannover zeigt sich auf einem Foto Arm in Arm mit dem Sänger der Szeneband „Kategorie C“.

Das Antifaschistische Info Blatt berichtete 2016, dass damals Marc Jekat aus Barsinghausen als „General“ der Brigade auftrat. Und weiter: „Kernregion der B8 ist Bremen und Umland.

Durch den Umzug des Bremer Neonazis Lutz M. nach Weißwasser entstand in Ostsachsen der zweitgrößte Ableger der „B8“. Schnell fand er in und um Weißwasser „Brüder“, die danach drängten, mit Rangabzeichen der „B8“ ausstaffiert zu werden. Auf dem Grundstück von Lutz M. befindet sich das Clubheim des Chapters Weißwasser, der „Brigade- Bunker“, in dem regelmäßig kleinere Konzerte stattfinden, beispielsweise mit dem „B8“-Liedermacher Mario Graviat (aka „Brauni“) aus Oberfranken.“

Im Januar 2016 griff auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung die neue Organisierungsform in Barsinghausen auf. Nach einem Brandanschlag auf die Baustelle einer Unterkunft für Geflüchtete, demonstrierte das lokale „Bündnis gegen Rechts“ mit 1.500 Menschen. Noch in derselben Nacht brannten Autos der Stadtverwaltung am Ort der Solidaritätskundgebung ab. Es entstanden 160.000 Euro Sachschaden. Nach Informationen der „HAZ“ kommentierte ein Barsinghäuser Mitglied der Brigade 8 einen Artikel zum Brand: „Wie kann man seine eigene Stadt nur so aufgeben?“

«Brigade 8»-Gruppenfoto. 2. v.l. Marc Jekat; 4. v.l. Peter Biller

Ein kurzer Blick auf die bekannten Mitglieder des lokalen „Brigade 8“-Chapters:

Der ehemalige „Brigade 8“ -„General“ Marc Jekat ist für lokale Antifaschist*innen kein Unbekannter. Zu Zeiten der Kameradschaft „Besseres Hannover“ bewegte er sich in einem Kreis von jungen militanten Neonazis wie Lukas Richter, ebenfalls aus Barsinghausen und im Umfeld der „Besseres Hannover“-Mitglieder. Im August 2012 nahm er am sogenannten „Trauermarsch Bad Nenndorf“ teil. Dort zeigte er sich Seite an Seite mit Marcus Pinn, einem heutigen Mitglied der „Brigade 8“. Im gleichen Jahr besuchte Jekat ein Rechtsrockkonzert in Nienhagen. Auf dem Konzert waren auch Mitglieder weitere rechter Rockerchapter anwesend.

Marc Jekat

Im gleichen Monat griffen die Barsinghäuser Neonazis Lukas Richter, Maximilian Feige und Ralf Hansen einen antifaschistischen Infostand am Opernplatz in Hannover an. Richter stach dabei mit einem Messer auf die Antifaschist*innen ein. Hansen setzte Pfefferspray ein. Alle beteiligten bewarfen die Antifaschist*innen mit Flaschen. Wenige Stunden später kam es aus einer Gruppe Nazis in der sich auch die bereits Genannten bewegten, zu einem weiteren Angriff auf Antifaschist*innen in Barsinghausen. Wieder zog Richter sein Messer. Diesmal verletzte er einen Antifaschisten am Rücken und im Gesicht. Zuvor wurde die Gruppe gesehen wie sie mit brennenden Molotow-Cocktails durch die Innenstadt lief.

Marcus Pinn wiederrum zeigt sich online auch heute noch als Freund und Bekanntschaft diverser Neonazis. Zu seinen Freunden gehören Mitglieder der mittlerweile verbotenen Kameradschaft „Besseres Hannover“, der Barsinghäuser Neonazi-Szene wie Kevin Schäfer, extrem rechte Ultras von Hannover und André Goldfuhs, ein Aktivposten der „Identitären Bewegung“, der unter anderem an der Blockade der zivilen Seenotrettungsflotte im Mittelmeer teilnahm. In seinem Likes wird deutlich das zu seinen Hobbys und Interesse sogenannte „Airsoft“-Spiele, der Wettkampf mit Waffenrepliken mit Luftdruckmunition gehört. Zudem zeigen seine Aktivitäten und Facebook Likes eine Vorliebe für die Prepper-Szene.

Marcus Pinn

Ein weiteres Mitglied des „Brigade 8“- Chapters in Hannover ist Peter Biller. Peter Biller, Jahrgang 1976 ist ehemaliges Mitglied der Kameradschaft Verena, in der auch der Verurteilte NSU-Unterstützer Holger Gerlach aktiv war. Der in Gehrden nahe Barsinghausen geborene Biller zeigt sich auf Facebook ganz offen in seiner „Brigade 8“ -Kutte. Zu seinem online präsentierten Freundeskreis gehören gleichermaßen Mitglieder von „Besseres Hannover“ und aus der Vorgängerkameradschaft „Hannover 77“. Biller, Jekat und Pinn posen auf einem gemeinsamen und 2014 veröffentlichten Foto mit weiteren Nazis im „Brigade 8“ -Outfit.

Peter Biller mit „Brigade 8“ Kutte

Im Zusammenhang mit der „Brigade 8“ darf auch der Name Sebastian Glaubitz nicht fehlen. Glaubitz erlangte durch den medialen Wirbel um den eingeschläferten Kampfhund „Chico“ eine gewisse Berühmtheit. Er war der Anmelder der Trauerkundgebung. Des Weiteren bewegt er sich im Kreis des „Hells Angels“-Chapter Hannover. Auf seinen beiden Armen hat er Tattoos der Bannd Kategorie C und den Spruch „Arbeit macht frei“. Seine Kehle ziert ein „1%“ Tattoo. Glaubitz nahm, zusammen mit Jekat in der Kutte der „Brigade 8“ am bereits genannten Konzert in Nienhagen teil.

Sebastian Glaubitz bei einer, von ihm angemeldeten Kundgebung in Hannover

In einem ausführlichen Dossier berichtete Exif-Recherche im Juli 2018 über die „Combat 18 Reunion“. Auch dort wurden die „Brigade 8“ und die ähnlich organisierte Gruppe „Nordic 12“ als nähesuchend zu „Combat 18“ beschrieben. Am 3. April 2019, 2 Monate vor der Hinrichtung von Walter Lübcke durch Stephan Ernst, berichtete Exif von einem weiteren Treffen zwischen „Combat 18“-Akteuren und der „Brigade 8“. Unter dem Titel einer „Geburtstagssause in Ostsachsen“ lud „Brigade 8“ am 23. März 2019 zu einem Konzert auf dem unter anderem die „Blood & Honour“- und „Combat 18“ Band Oidixie spielte. Der Konzertflyer zeigt eine Gruppe von Soldaten die einen Geburtstagskuchen präsentieren. Auf dem Kuchen ist das offizielle Drachenlogo von „Combat 18“ abgebildet. Unter den Gästen befand sich neben weiteren C18-Mitliedern Stanley Röske, der mutmaßlich Schatzmeister von „Combat 18“ Deutschland.

„Brigade 8“ Mitglieder am 23.03.2019 in Mücka, Quelle: Pixelarchiv

Weiter schreibt Exif: „Seit geraumer Zeit sind Anbiederungen verschiedener Kameradschaftsstrukturen an C18 zu beobachten. Nicht immer gehen die Strukturen vollständig in C18 auf, manche bleiben autonom, kooperieren aber auf verschieden Ebenen. Dieser Prozess ist nun bei «Brigade 8» erkennbar, die sich seit ihrer Gründung 2012 einzig im Raum Sachsen stetig entwickelte.

In vielen anderen Regionen fiel die Bruderschaft in Verruf, bestand sie doch hauptsächlich aus Neonazis, die sich durch diese Gruppenzugehörigkeit wichtiger machen wollten, als sie sind. An eine Struktur wie C18 angebunden zu sein, heißt für die «Brigade 8» schließlich auch eine Aufwertung innerhalb der Neonazi-Szene.“ Abschließend kommt Exif zu einem alarmierenden Fazit: „«Combat 18» expandiert und kann sein rechtsterroristisches Netzwerk stetig ausbauen. Ob wegen «Blood &Honour»-Wiederbetätigung oder einem Verbot der Struktur «Combat 18» als deren bewaffneten Arm, es gäbe seit Jahren Möglichkeiten für die Behörden gegen diese Struktur vorzugehen. Dass sie es nicht tun, zeugt davon, dass sich seit der Selbstenttarnung des NSU keine Veränderung in der behördlichen Logik eingestellt hat. Die Behörden glauben, durch das V-Leute-System die Struktur kontrollieren zu können, zu Lasten derer, die die Auswirkungen des Naziterrors zu spüren bekommen – durch Propaganda und die darauf folgende Gewalt. Der Quellenschutz verhindert hierbei die Strafverfolgung. Die Frage ist also nicht, ob Geheimdienstbehörden ihre schützende Hand über «Combat 18» halten, sondern wie viele.“

Das ARD-Magazin „Monitor“ ließ die Fotos von Exif gutachterlich prüfen. Demnach ist mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit die Person auf den Fotos von Röske vom Treffen identifiziert. Stephan Ernst, der Mörder von Walter Lübcke. Er bewegte sich an dem Abend an der Seite des C18-Kassenwarts. Auch wenn der „Spiegel“ eine mögliche Verwechselung von Ernst mit einem anderen Neonazi aus dem Umfeld der Band „Oidoxie“ ins Spiel gebracht hat,  so gehen sowohl die Monitor-Redaktion, als auch antifaschistische Recherchenetzwerke weiter davon aus das es sich um Ernst handelt.

Vermutlich Stephan Ernst-Bildmitte beim-«Combat-18»-Treffen in Mücka. Quelle: Pixelarchiv

Es gibt Grund zur Annahme, dass sich das lokale „Brigade 8“ -Chapter mittlerweile der Bruderschaft „Nordic 12“ angeschlossen hat und als Ableger unter dem Namen „Sturm 4“ auftritt. Unter diesem Namen besuchten Mitglieder 2017 die „Peckerwood Brotherhood“ in Pirna in der sächsischen Schweiz. Fotos vom Treffen zeigen Mitglieder der Barsinghäuser „Brigade 8“ bzw. „Sturm 4“ zusammen mit weiteren „Sturm 4“-Mitgliedern aus Leipzig und Bautzen.

Treffen von „Sturm 4“ in Pirna. In roter Jacke Johannes Cyrol aus Wunstorf

Dem „Sturm 4“ ist auch der wunstorfer Neonazi Johannes Cyrol zuzurechnen. Cyrols politische Karriere begann vor fast 10 Jahren beim „Nationalen Widerstand Wunstorf“ bzw. den „Autonomen Nationalisten Wunstorf.“ Über das oben genannte Treffen informierte das sächsische Innenministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Zum Abschluss heißt es „Darüber hinaus liegen der Staatsregierung Erkenntnisse vor, die aus Gründen der Geheimhaltung nicht mitgeteilt werden können.“

Johannes Cyrol

Noch eine weitere Spur führt nach Barsinghausen. Exif veröffentlichte am 17. Juni 2019 Fotos von einer NPD-Wahlkampftour im August 2002 in Kassel. Eine Gruppe aus ca. 30 Neonazis suchte an diesem Tag die Konfrontation mit Gegendemonstrant*innen. Auf den Fotos sind u.a. Stanley Röske und Stephan Ernst zu sehen. In der Gruppe steht ein weiterer bekannter Neonazi. Stephan Pfingsten der damalige NPD-Chef von Göttingen. Pfingsten war Redner auf deiner Demonstration der NPD in Barsinghausen im gleichen Jahr.

Kassel 2002:Stephan Ernst rechts-links neben ihm im roten-Shirt Markus Eckel direkt hinter Ecke ist Stephan Pfingsten-hellblaues Hemd – Bildrechte: NSU-Watch

Stephan Ernst war am 1. Mai 2009 teil eines Mobs aus bis zu 400 Neonazis der die 1. Mai Demo des DGB in Dortmund angriff. Ursprünglich sollte die zentrale 1.Mai-Demo der Nazis in Hannover stattfinden. Als sie verboten wurde wichen die Neonazis auf andere Städte aus. In Dortmund erreichten sie die DGB-Demo in dem Moment als die gerade den Startkundgebungsplatz verließen und griffen mit Flaschen, Steinen und Holzstangen an. In der Gruppe der Angreifenden befanden sich mindestens fünf Neonazis aus der Region Hannover.

Rechtsterrorismus und extrem rechts motivierte Morde sind auch für die Region Hannover nichts neues. In der Nacht auf den 14. Januar 1986 richteten Mitglieder der FAP ihren Kameraden Niels Krückeberg wegen Verrats hin. Im folgenden Jahr töteten Mitglieder der Wehrsportgruppe „Eisernes Kreuz 1“ den jugendlichen Kameraden Roger Bornemann. Sie brachten ihn zu Boden, sprangen mit Springerstiefeln auf seinen Kopf und entluden zwei Dosen CS-Gas in sein Gesicht. Im Anschluss ließ sich der Nazi Toom Kuss eine Holzlatte geben und schlug mit den Worten „Du Schwein, bist du immer noch nicht tot?“ zehnmal auf Bornemanns Kopf ein. Ein weiteres Mitglied dieser Gruppe stach im September 1998 auf einen Mann in Vinnhorst ein.

Auch der „Nationalsozialistische Untergrund“, die wohl bekannteste rechtsterroristische Gruppe der letzten Jahre war in Hannover aktiv und hatte hier Unterstützer. Holger Gerlach aus Lauenau wohnt nur wenige Kilometer von Barsinghausen und Hannover entfernt. Er lieferte dem NSU eine Waffe, lieh dem NSU Ausweise zur Anmietung der Wohnmobile mit denen die Morde und Überfälle begangen wurden und besorgte über einen hannoverschen Kameraden eine Krankenkassenkarte für Beate Zschäpe. Er traf sich mit dem Trio und weiteren Unterstützern über die Jahre immer wieder in der Stadt Hannover und der Region.

Am Wochenende 22./23.06 nun fand in Ostritz das „Schild und Schwert“-Festival, organisiert vom Thüringer Neonazi Thorsten Heise statt. Die sogenannte „Arische Bruderschaft“ trat als Ordnerdienst auf. Unter den Teilnehmenden waren auch Mitglieder der „Brigade 8“ und „Combat 18“. Sie zeigten sich ganz offen in ihren Kutten oder mit Shirts auf denen das „offizielle Logo“ von C18, der Drache zu sehen war. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen was das tonangebende Gesprächsthema war.

Teilnehmer beim“ Schild und Schwert“ -Festival in Ostritz mit „Brigade 8″Kutte und C18 Shirt. Quelle: Recherche-Nord

Unabhängig davon ob Stephan Ernst an dem „Reunion“-Treffen von „Combat 18“ und „Brigade 8“ teilnahm bleibt festzuhalten: Bei den Mitgliedern der „Brigade 8“ handelt es sich um ideologisch gefestigte und bereits in der Vergangenheit militant aufgefallene Neonazis die exzellent in die bundesweiten Neonazistrukturen eingebunden sind und insbesondere hier in der Region Hannover über Unterstützer*innen und Kameraden verfügen. Sie als „Möchtegern-Rocker“ oder harmlose Bruderschaft abzutun ist gefährlich. Auch, oder gerade weil sie sich öffentlich zuletzt nicht auf regionalen oder überregionalen Events der rechten Szene bewegten, müssen sie weiter beobachtet werden.

 


 

Quellen: